If you do what you love

July 4, 2017

 Der erste Blogpost ist bekanntlich der schwierigste, aber irgendwann muss man ja anfangen. Und jetzt passt es grad ganz gut, denn...

 

...da war er wieder: Dieser Moment, in dem einfach alles passt. Ich sitze in meinem 86er
VW-Bulli, auf der Heimreise von einer Hochzeit in Tirol nach Wien. Hinter mir drei Stunden Fahrt, vor mir fünf weitere. Ich bin übernächtigt, nach nur vier Stunden Schlaf. Und eigentlich mag ich keine lange Autofahrten. Doch in dem Moment spielt das alles keine Rolle. Ich höre diesen einen Track von Noah and the Whale zum gefühlt hundertsten Mal – und hab’ dabei einen dicken Grinser im Gesicht.

 

„Well I know my death will not come

'Til I breathe all the air out my lungs

'Til my final tune is sung

That all is fleeting

Yeah, but all is good"

 

Auch am Vortag war alles gut, ja, eigentlich fast schon perfekt. Liebe Freunde haben sich in einem Tiroler Bergdorf das „Ja“-Wort gegeben – und ich durfte alles mit der Kamera festhalten. Einen Tag später ist mein Kopf immer noch voll von Eindrücken und Emotionen.

 

Der Pre-Wedding-Shoot auf 2.300 Metern Seehöhe bei eisigen Temperaturen. Ein Bräutigam, der seine Braut zum ersten Mal im Kleid sieht – und dabei in Tränen ausbricht. Das viele Bangen (die Regenwolken!) ...und dann die Erleichterung (die Sonne!). Die selbst geschriebenen, super-emotionalen Trauversprechen – und eine Braut, der beim Vorlesen fast die Stimme versagt. So viele lachende Gesichter und herzliche Menschen. So viele von langer Hand geplante Überraschungen und spontane Einlagen. So viel Liebe in jedem Detail. Und dann: Was für eine Party!

 

Ich gehe in Gedanken noch einmal jede Szene durch, vom Getting Ready bis zum ersten Tanz – ja, alles drauf, nichts verpasst! – und freue mich in dem Moment wie ein kleines Kind. Über all diese glücklichen Momente auf den winzigen Speicherkarten, die ich in der Hosentasche trage wie einen kleinen Schatz. Die 13 Stunden auf den Beinen, die lange Planungsphase, meine Bedenken, ob alles auch so klappt, wie ich es mir vorgestellt habe, die Nervosität, die schlaflose Nacht, die Rückenschmerzen – das alles hat jetzt kein Gewicht mehr.

Der Bulli knattert beruhigend vor sich hin, die Dämmerung taucht die Landschaft in ein unwirkliches Licht aus blau und rosa. Und ich kann’s kaum erwarten, diesen Tag, der sich immer noch anfühlt wie ein gigantischer Rausch, aus den Videoschnipseln in meiner Hosentasche wieder Stück für Stück zusammenzusetzen. Ein richtig gutes Gefühl!

 

"Well if you are - what you love
And you do - what you love
I will always be the sun and moon to you
And if you share - with your heart
Yeah, you give - with your heart
What you share with the world is what it keeps of you"

 

Dann skippe ich weiter zum nächsten Song.

 

Give A Little Love - Noah And The Whale

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